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Tarifvertrag über Branchenzuschläge für Arbeitnehmerüberlassungen in der Metall- und Elektroindustrie (TV BZ ME)

§ 1 Geltungsbereich

Dieser Tarifvertrag gilt:

Fachlich:

Für die tarifgebundenen Mitgliedsunternehmen des Bundesarbeitgeberverband der Personaldienstleister e.V. (BAP) und des Interessenverband Deutscher Zeitarbeitsunternehmen e.V. (iGZ), die im Rahmen der Arbeitnehmerüberlassung Beschäftigt ein einen Kundenbetrieb der Metall- und Elektroindustrie einsetzen. Als Kundenbetrieb der Metall- und Elektroindustrie gelten die Betriebe folgender Wirtschaftszweige,

soweit sie nicht dem Handwerk zuzuordnen sind:

  • NE-Metallgewinnung und verarbeitung,    Scheideanstalten
  • Gießereien
  • Ziehereien, Walzwerke und Stahlverformung
  • Schlossereien, Schweißereien, Schleifereien, Schmieden
  • Stahl-, Leichtmetallbau und Metallkonstruktionen
  • Maschinen-, Apparate- und Werkzeugbau
  • Automobilindustrie und Fahrzeugbau
  • Elektrotechnik, Elektro- und Elektrotechnikindustrie
  • Hardwareproduktion
  • Feinmechanik und Optik
  • Uhren-Industrie
  • Eisen-, Blech- und Metallwaren
  • Musikinstrumente
  • Spiel- und Sportgeräte
  • Schmuckwaren
  • Luft- und Raumfahrtindustrie
  • Schiffbau
  • sowie die zu den erwähnten Wirtschaftszweigen gehörenden Reparatur-, Zubehör-, Montage-, Dienstleistungs- und sonstigen Hilfs- und Nebenbetrieben und Zweigniederlassungen sowie die Betriebe artverwandter Industrien.

Bei Zweifelsfällen hinsichtlich der Einordnung eines Kundenbetriebs gilt als maßgebliches Entscheidungskriterium der im Kundenbetrieb angewandte Tarifvertrag. In dem Vertrag gem. § 12 AÜG ist die Branchenzugehörigkeit festzuhalten.

Ohne eine eindeutige Angabe des Kundenbetriebs zum angewandten Tarifvertrag kann das Zeitarbeitsunternehmenden TV BZ ME anwenden.


Persönlich:

Für alle Beschäftigten, die im Rahmen der Arbeitnehmerüberlassung an Kundenbetriebe überlassen werden.

§ 2 Branchenzuschlag

  • Arbeitnehmer erhalten bei Vorliegen der Voraussetzungen für die Dauer ihres jeweiligen Einsatzes im Rahmen der Arbeitnehmerüberlassung in einen Kundenbetrieb der Metall- und Elektroindustrie einen Branchenzuschlag.
  • Der Branchenzuschlag wird für den ununterbrochenen Einsatz im jeweiligen Kundenbetriebgezahlt. Unterbrechungszeiten
  • einschließlich Feiertage, Urlaubs- und Arbeitsunfähigkeitstage,die die Dauer von 3 Monaten unterschreiten, sind keine Unterbrechungen im vorgenannten Sinne.

Der Branchenzuschlag

beträgt nach der Einsatzdauer in einem Kundenbetrieb folgende Prozentwerte:

  • nach der sechsten vollendeten Woche 15 %
  • nach dem dritten vollendeten Monat 20 %
  • nach dem fünften vollendeten Monat 30 %
  • nach dem siebten vollendeten Monat 45 %
  • nach dem neunten vollendeten Monat 50 %


des Stundentabellenentgelts des Entgelttarifvertrages Zeitarbeit, abgeschlossen zwischen dem Bundesverband Zeitarbeit Personal Dienstleistungen e. V. - BZA - und der DGB-Tarifgemeinschaft Zeitarbeit (im Folgenden ETV BZA) bzw. des Entgelttarifvertrages, abgeschlossen zwischen dem Interessenverband Deutscher Zeitarbeitsunternehmen e. V. - iGZ - und der DGB-Tarifgemeinschaft Zeitarbeit (im Folgenden ETV iGZ), je nach Einschlägigkeit.

  • Der Branchenzuschlag ist auf die Differenz zum laufenden regelmäßig gezahlten Stundenentgelteines vergleichbaren Arbeitnehmers des Kundenbetriebs beschränkt.

  • Bei der Feststellung des Vergleichsentgelts im Kundenbetrieb bleibt das Äquivalent einer durchschnittlichen Leistungszulage der Branche unberücksichtigt.

  • Der Kundenbetrieb hat das regelmäßig gezahlte Stundenentgelt eines vergleichbaren Arbeitnehmers nachzuweisen.

  • Der Branchenzuschlag ist nicht verrechenbar mit sonstigen Leistungen jedweder Art.

  • Der Branchenzuschlag ist jedoch anrechenbar auf gezahlte übertarifliche Leistungen.

  • Bestehende einzelvertragliche Regelungen, aus denen sich für die Beschäftigten günstigereArbeits- und Entgeltbedingungen ergeben als aus diesem Tarifvertrag und den Tarifverträgen für BZA und iGZ, werden durch diesen Tarifvertrag nicht berührt.

  • Der Branchenzuschlag ist Teil des festen tariflichen Entgelts gemäß § 13.2 MTV BZA bzw. Teil der Grundvergütung gemäß § 2 Abs.1 Entgelttarifvertrag iGZ.

§ 3 Änderungen von tarifvertraglichen Bestimmungen

Erhält der Arbeitnehmer einen Branchenzuschlag nach diesem Tarifvertrag, entfallen Ansprüche auf Zuschläge nach § 4 ETV BZA bzw. § 5 ERTV iGZ.

§ 4 Abweichende Vereinbarungen im Kundenbetrieb

  • Das Entgelt des Arbeitnehmers ergibt sich aus den Entgelttarifverträgen BZA / iGZ in Verbindung mit § 2 dieses Tarifvertrages.
  • Das Zeitarbeitsunternehmen informiert den überlassenen Beschäftigten ab Kenntnisüber Vereinbarungen im Kundenbetrieb über Leistungen für den Zeitarbeitsbeschäftigten.
  • Solche Regelungen sind in die vertragliche Vereinbarung zwischen Zeitarbeitsunternehmen und Kundenbetrieb aufzunehmen. Demgemäß hat der Arbeitnehmer einen Anspruch auf Leistungen entsprechend den betrieblichen Vereinbarungen im Kundenbetrieb.

§ 5 Anpassung an Tariferhöhungen

Die Anpassung des Branchenzuschlags an Tariferhöhungen erfolgt entsprechend der zwischen den Tarifvertragsparteien gesondert getroffenen Verfahrensregelung, die Bestandteil dieser Vereinbarung ist.

§ 6 Einführung des Tarifvertrags

  • Mit Inkrafttreten dieses Tarifvertrages beginnen die für die Berechnung des Branchenzuschlages maßgeblichen Einsatzzeiten im jeweiligen Kundenbetrieb neu zu laufen.
  • Für Mitarbeiter, die am 01.11.2012 bereits 6 Wochen oder länger im ununterbrochenen Einsatz im Kundenbetrieb stehen, gilt die erste Stufe nach § 2 Abs. 3 bereits ab dem 01.11.2012 als erfüllt.
  • Dieser Mitarbeiter erreicht die nächste Stufe am 15.12.2012 und die dann folgenden weiteren Stufen zu den entsprechenden Zeitpunkten.

§ 7 Schlussbestimmungen

  • Dieser Tarifvertrag tritt am 01.11.2012 in Kraft.
  • Er kann mit einer Frist von 3 Monaten zum Jahresende, erstmals zum31. Dezember 2017, gekündigt werden.
  • Die Kündigung kann von jeder der Tarifvertragsparteien ausgesprochen werden.
  • Die Kündigung einer Partei der Arbeitgeberseite entfaltet Wirkung auch für die andere Tarifvertragspartei.
  • Die Kündigung durch die Gewerkschaftsseite wirkt gegenüber beiden Tarifvertragsparteien der Arbeitgeberseite, auch wenn sie nur gegenüber einer Partei der Arbeitgeberseite ausgesprochen wurde.
  • Ändern sich wesentliche gesetzliche Rahmenbedingungen der Zeitarbeit (insbesondere Regelungen zur Vergütung), nehmen die Tarifvertragsparteien unverzüglich Verhandlungen mit dem Ziel auf, eine mögliche Fortführung unter Berücksichtigung der Auswirkungen der Änderungen zu prüfen und zu vereinbaren.
  • Führen diese 6 Monate nach In-Kraft-Treten der gesetzlichen Änderungen nicht zu einer entsprechenden Regelung tritt dieser Tarifvertrag mit Ablauf der sechs Monate ohne Nachwirkung außer Kraft.
  • Dieser Tarifvertrag gilt unverändert weiter, wenn sich die in § 2 Abs. 3 genannten Entgelttarifverträge

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